Der Bitcoiner

Im Jahr 2014 kam Stephan Seiler durch Videos von sogenannten «Profitradern» auf die Idee, selber ein erfolgreicher «Day-Trader» zu werden. 200 Dollar pro Tag sei kein Problem — so zumindest die Gewinnversprechen. Sein Kopf rechnete und rechnete und bald war er Feuer und Flamme. So hatte er sich weitere Informationen dazu beschafft — fand bald weitere Rattenfänger im Netz — und probierte es schliesslich selbst. Zuerst — wie von den Profis empfohlen — nur mit einem sogenannten «Demokonto» ohne Echtgeld. Und tatsächlich: Nach 5 Monaten war er hochprofitabel — Juhuiiii! — Die Party konnte beginnen. Er war jung — schlau — aber naiv.

Mit echtem Geld war plötzlich alles ganz anders. Auf einmal wurde alles emotional. Die sechs Bildschirme mit Charts — Retracements und Indikatoren zogen ihn in einen Strudel aus Angst und Gier. Einstiege aus Angst verpasst — Gewinne aus Angst zu früh mitgenommen — oder aus Gier viel zu lange gehalten. Doch sein sturer Kopf wollte nicht nachgeben. Er rechnete während den Wochenenden und Handelsfeiertagen unzählige hochprofitable Strategien durch — hat sie mit selbst programmierten Scripts selber getestet —und meinte — jetzt endlich den Heiligen Gral gefunden zu haben. Doch der Gral der Gewinner blieb unentdeckt.

In der Fachliteratur wurde immer wieder davon gesprochen — dass man sich Zeit lassen soll um profitabel zu werden — drei bis vier Jahre müsse man Geduld aufbringen heisst es. Das hatte ihn etwas beruhigt. Müde und zermürbt von den vielen Verlusten machte er wie ein Soldat gefügig weiter. Fünf Jahre später — im Jahr 2018 — hatte er einen sechsstelligen Betrag verloren und damit fast sein ganzes Erspartes — inklusive der Pensionskassengelder und einem Nervenzusammenbruch.

Ab da an wollte er von Trading absolut nichts mehr wissen. Er hat sich anderen Themen gewidmet, fing an gegen die Einführung der Mobilfunktechnologie 5G aufzuklären und arbeitete als Journalist.

Du fragst dich — wieso hatte er nicht einfach Bitcoin gekauft? In nur 2 Jahren hätte er über 1000 Prozent Rendite gemacht. Er kaufte deshalb nicht — weil er der festen Überzeugung war — Bitcoin sei eine riesige Spekulationsblase die sehr bald platzen würde. So ähnlich wie die damals die Tulpenmanie.

Dann — irgendwann im Jahr 2019 — hat ihm ein guter Freund ein Buch des Ökonomen Marc Friedrich mit dem Titel «Bitcoin: Die grösste Revolution aller Zeiten» geschenkt. Das Buch fesselte ihn dermassen — dass er es in nur zwei Tagen fertig hatte. Vom zweifelnden Skeptiker wurde er nach einiger Zeit zum bekennenden Bitcoiner — nicht mehr als Trader sondern als überzeugter Investor.
«Ich wollte alles darüber wissen — bestellte meine erste BitBox und meinen ersten Node — und siehe da — die Gewinne waren auf einmal da und wie!».

Seit rund 2 Jahren gibt er sein Wissen mit Vorträgen und Seminaren an andere Menschen und Unternehmen weiter. Bitcoin ist nicht einfach nur Geld — es ist der wohl einzige Ausweg zur finanziellen Unabhängigkeit in einer Zeit — die auch George Orwell geschrieben haben könnte.

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