Im Jahr 2014 kam Stephan Seiler durch zahlreiche Videos von sogenannten «Profitradern» auf die Idee — selber ein erfolgreicher «Day-Trader» zu werden. Die Idee: finanzielle Freiheit. 200 Dollar pro Tag — eine Leichtigkeit. So zumindest prahlten die Gewinnversprechen der so genannten «Profis». Sein Kopf rechnete die Gewinnchancen schon im Voraus — und bald schon war er Feuer und Flamme. Er informierte sich weiter — fand bald weitere Supertrader mit Superstrategien im Netz — und probierte es schliesslich selbst. Aber zuerst — wie von den Profis empfohlen — nur mit einem sogenannten Demokonto ohne Echtgeld. Und tatsächlich: Nach nur vier Monaten handelte er hochprofitabel — Juhuiiii! — Die Party konnte beginnen — der Champagner konnte geöffnet werden. Er war jung — schlau — aber sehr naiv.
Mit dem Handel mit echtem Geld war plötzlich alles ganz anders. Auf einmal wurde alles emotionaler. Die sechs Bildschirme mit leuchtenden Charts und Indikatoren versetzten ihn in eine Achterbahn der Gefühle, die nur noch aus Angst und Gier bestand. Einstiege aus Angst verpasst — Gewinne aus Angst zu früh mitgenommen — oder aus Gier zu lange gehalten — um später zusehen zu müssen wie sich der Gewinn in Luft auflöste. Doch sein unnachgiebiger Kopf und sein stures Ego wollten nicht nachgeben. Er rechnete während den Wochenenden und Handelsfeiertagen unzählige hochprofitable Strategien durch — hatte sie sogar mit selbst programmierten Scripts getestet — und meinte immer und immer wieder — jetzt endlich den Heiligen Gral gefunden zu haben. Wie sagte Albert Einstein?
«Wahnsinn ist — immer dasselbe zu tun — und dabei andere Ergebnisse zu erwarten».
Der Gral der Gewinner blieb unentdeckt und sein Kopf glich mehr und mehr einer fragenden Nebelfront. In der Fachliteratur wird davon gesprochen dass man sich Zeit lassen soll um profitabel zu werden. Mindestens drei Jahre müsse man hartnäckig dran bleiben konnte man lesen. Das hatte ihn etwas beruhigt. Müde und zermürbt von den vielen Verlusten machte er wie ein verwundeter Soldat gefügig weiter. Fünf Jahre später — im Jahr 2018 — machte sich in seiner Bilanz schliesslich ein Minus im sechsstelligen Bereich breit und damit hatte er beinahe sein ganzes Vermögen verloren — inklusive Pensionskassengelder und Nervenzusammenbruch.
Ab da an wollte er von Trading absolut nichts mehr wissen. Er widmete sich schliesslich anderen Themen — fing an gegen die Einführung der Mobilfunktechnologie 5G aufzuklären und begann als Journalist zu arbeiten.
Als Kenner von Bitcoin fragst Du dich jetzt bestimmt «wieso hatte er nicht einfach Bitcoin gekauft?» In nur 2 Jahren hätte er über 1000 Prozent Rendite erzielt und das öffnen von Champagner-Flaschen wäre mehr als berechtigt gewesen.
Die Frage ist so einfach wie fatal: Er glaubte, dass Bitcoin eine riesige Spekulationsblase sei die sehr bald platzen würde. Hingegen hatten ihn nicht etwa Fakten zu dieser Erkenntnis gebracht — er hatte es sich einfach selber ausgedacht. Er glaubte nur zu wissen. Doch glauben muss nur der der nicht weiss.
Dann — im Herbst 2019 — bekam er von einem Freund ein Geschenk das sein ganzes Leben verändern sollte: Die grösste Revolution aller Zeiten» vom Ökonomen und Autor Marc Friedrich. Das Buch fesselte ihn dermassen — dass er es schon in zwei Tagen durch hatte. Nach einiger Zeit und dem nochmaligen Lesen des Buches wurde er vom zweifelnden Skeptiker zum bekennenden Bitcoiner. Er war von da an kein Trader mehr, sondern ein erfolgreicher Investor.
Seit rund 2 Jahren gibt er sein vertieftes Wissen mit Vorträgen und Seminaren an andere Menschen und Unternehmen weiter.
Bitcoin ist nicht einfach nur Geld — es ist der wohl einzige Ausweg aus der inflationären Schuldgeld-Hölle — in einer Zeit — die George Orwell nicht besser hätte beschreiben können.